Programm

Unsere aktuellen Veranstaltungen

25.09.2021, 02.10.2021 und 03.10.2021

DispoDispo! liest… …und in mir die Stadt
19:30 Uhr

Dass ich es nicht lassen kann, bei offenem Fenster zu schlafen. Elektrische Bahnen rasen läutend durch meine Stube. Automobile gehen über mich hin. Eine Tür fällt zu. Irgendwo klirrt eine Scheibe herunter, ich höre ihre großen Scherben lachen, die kleinen Splitter kichern. Dann plötzlich dumpfer eingeschlossener Lärm von der anderen Seite, innen im Hause. Jemand steigt die Treppe. Kommt, kommt unaufhörlich. Ist da, ist lange da, geht vorbei. Und wieder die Straße. (Rainer Maria Rilke)

Collage aus Wort, Bild und Ton

Mit Texten von Edgar Allan Poe, Rainer Maria Rilke und Charles Baudelaire

Wort: Dominik Hertrich und Elisa Reining
Bild: Henrik Cohnen
Ton/Konzept: Marcus Krieger

Tickets: 12 € inkl. Freigetränk

Bild: Henrik Cohnen

Gefördert von

Bitte reservieren Sie Ihre Eintrittskarte
direkt auf der Hauptseite.

10.10.2021

DispoDispo! liest… KREATUR
18:00 Uhr

Eine musikalisch-sprachliche Collage zur Frage, wie das Schöne stark und das Zerbrechliche geschützt sein kann, wie wir als Erschaffene erschaffen können und wie Abgründe gehütet werden müssen, wie wir zerstören ohne zu verwüsten und uns ausliefern ohne einander zu verlassen. Ein Abend für Mut zum Schöpferischen.

Regie: Eva Zitta
Schauspiel: Katharina Abel
Musik: Wolfgang Völkl

Tickets: Kartenreservierung bald geöffnet.

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23.10.2021

DispoDispo! liest… START CRYING YOUR HEARTS OUT
19:30 Uhr

Lesung

Menschen heulen – schon immer. Ganze 70 Liter salzige Flüssigkeit vergießen wir durchschnittlich in unserem Leben, das sind 4,2 Millionen Tränen. Sinn und Zweck sind nicht komplett erforscht, aber klar ist: Weinen erleichtert, erweckt Mitgefühl und lässt sich sogar als Strategie einsetzen. Weinen war lange Zeit Privatsache und erlebt eine neue Renaissance in der medialen Öffentlichkeit. Zeit für eine Anleitung zur kollektiven Flennerei. Mit Texten und reichlich Taschentüchern ausgestattet gehen Larissa Bischoff und Elisa Reining der Frage nach, warum viele Männer so selten weinen, woran man Krokodilstränen erkennt und zu welchen Liedern es sich am besten schluchzen lässt.

Von und mit: Larissa Bischoff und Elisa Reining

Tickets: Kartenreservierung bald geöffnet.

Grafik: Larissa Bischoff

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Herbst 2021

Requiem für (Uraufführung)

von Christian Freund und Elisa Reining

„Eine Frage, Peggy, weißt du wo Vögel schlafen? Ich nicht. Natürlich könnte ich das jetzt googeln. Aber es gibt Dinge, die will man nicht googeln, die will man erleben. Ich schreibe dir, wenn ich den ersten schlafenden Vogel gesehen hab!….Ich winke dir zum Abschied, 1, 2, 3, inmitten aller Vergänglichkeit.“

Noels Tagebuch heißt Peggy. Wie das von Romy Schneider. Sie teilt alles mit ihr und klebt Fotos ein. All die Dinge und Handlungen, die sie heute für lebenswert und merkwürdig hält, sind drauf. Vanilleeis, Sommerregen, Hundegeburtstage, lila Pullover, Gewitter … jeden Morgen zählt sie für sich ihre 100, für die es sich zu leben lohnt. Und plötzlich stellt sie sich die Frage, ob nicht jeder seinen eigenen Himmel besitzt, sein eigenes Jenseits.

Christian Freund und Elisa Reining werden sich im Herbst 2021 mit den letzten Tagen beschäftigen und damit, dass wir den Tod lieben können, wie er ist, als das große ungewisse Gewissen, das jedem von uns im Nacken sitzt und ganz intim, ganz diskret anfragt, ob es uns noch gut geht.

Fotografie: Karl Blossfeldt

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Herbst 2021

Hoppla Apokalyptiko 2020 ff. (Uraufführung)

Ich will mich nicht mehr verhalten. Man sieht doch wohin das führt.

Johannes hat endlich Urlaub von der Welt. Eingerichtet in seinen lebenserhaltenden vier Wänden hat er ihren Zustand zum postapokalyptischen erklärt. In komfortabler Isolationshaft hofft er auf Erlösung von all dem, was ihn verhaltensstutzig gemacht hat. Das wäre doch wirklich gut. Das wäre doch das Beste für alle, die Apokalypse. Endlich Zeit für etwas Vernünftiges! Doch nach erfolgreicher Vereinzelung dringen plötzlich Pakete in Johannes Bunker ein. Und er muss ernsthaft befürchten, dass sie tatsächlich gar nicht verschwunden ist, diese Welt, die ihm bekannte mit den Menschen in ihr. Er entpackt Laufschuhe, Blutproben, Kinderskelette, ein Hamsterrad. Und einen Zentner Erde, den er skeptisch anprobiert. Sollte das alles am Ende doch zu etwas nütze sein? Und wozu? Bei konsequent geschlossener Zwischentür begibt Johannes sich auf die Suche nach Kontakt zu seiner Spezies und einem Ausweg aus den Relikten einer verschwindenden Wirklichkeit.

Mit „Hoppla Apokalyptiko 2020 ff.“ erforschen DispoDispo! die Frage, welche Auswirkungen ein monatelanger Zustand von Selbstbezogenheit hat und was passiert, wenn vermeintliche Wahrheiten einer gottgleichen Wahlfreiheit ausgesetzt sind.

Design: Britta Wagner

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Herbst 2021

Böhmer – Digital Love. Live! (Uraufführung)

Kurzes Glück – langer Fall.

Er glaubte an das Gute im Menschen, hielt sich für den King of the Ring in „Container Love“ (theater glassbooth 2014), wurde altersweiser in „Willems Wilde Welt“ (2019). Doch nach Pandemie, Klimawandel und zuviel Gin fühlt sich der gescheiterte Schlagerbarde zerrüttet und zerrupft. Die Spirale dreht sich schneller und das Mithalten fällt schwer. Vielleicht will er es auch nicht mehr. Und so bringt Böhmer seine bisher wohl nachdenklichsten Songs auf die Bühne und mit ihnen auch die Wut eines entgrenzten Narren, der sich nichts sehnlicher wünscht, als die Revolution der Liebe. Mit den Gassenhauern „Massentherapie“, „Es waren die Menschen“ und „Du hast mir gezeigt“.

Ein Lieder- und Theaterabend mit Musik von Danny-Tristan Bombosch und Texten von Dominik Hertrich und Jens Dornheim.

Foto: Dante Nicolai Lümmen
Grafik: Britta Wagner